"Ich gehe zu Casi"

 

Wohin? In den Familientreff „Log in“ von Casablanca GmbH. Hier in der Pistoriusstraße gibt es Hausaufgabenhilfe, Familien-Spiele-Nachmittage, Rechtsberatung und noch vieles mehr.

Frau Atalay kocht seit mehr als vier Jahren für die Kinder, die an jedem Montag und Donnerstag zur Hausaufgabenhilfe kommen. Ihre Tochter brachte einen Flyer aus der Schule mit: Die bisherige Köchin war ausgefallen und sie sagte: „Meine Mutti kann gut kochen und kommt bestimmt“. Ja, gut kochen kann Rosemarie Atalay, sie arbeitet hauptberuflich nach wie vor als Köchin in Weißensee.

Herr Reimann hatte vor etwa zehn Jahren angefangen, Spielsachen, Kleidung und technische Geräte für das Kinderprojekt Casablanca zu sammeln. Seit seiner Pensionierung vor zwei Jahren ist er auch ehrenamtlicher Mitarbeiter. „Ich wurde gefragt, ob ich mitmachen will und ich wollte!

Der Nachmittag beginnt für die Grundschulkinder um 14.00 Uhr. Die Kinder toben im Hof oder spielen Kicker und Tischtennis im schönen großen Raum. Nach etwa einer halben Stunde gibt es ein gesundes Mittagessen. Sind unter den Kindern Vegetariern und Muslime, wird dies berücksichtigt.

Die Kinder kommen gestresst aus der Schule, hier können sie erst mal entspannen. Danach sitzen alle Kinder und die anwesenden Ehrenamtlichen am großen Runden Tisch und wir essen und erzählen. Danach müssen sie sich wieder konzentrieren.

Nach dem gemeinsamen warmen Mittag werden eine Stunde lang Hausaufgaben gemacht. Ein Ehrenamtlicher unterstützt jeweils zwei Kinder, etwa sechs bis acht Schüler kommen montags und donnerstags. Die Kinder sind mit großem Eifer dabei, nur selten muss ein Ehrenamtlicher ein Kind zur Seite nehmen und einige klare Worte reden.

Danach können die Kinder selbstgebackenen Kuchen und Obst essen und wieder spielen.

Rosemarie Atalay ist für Mittag und Vesper zuständig, Rainer Reimann für die Hausaufgabenhilfe. Beide sind freundliche und gestandene Menschen, zu denen die Kinder Vertrauen haben. Die meisten Kinder sind traurig, wenn sie nach der sechsten Klasse den Familientreff verlassen. Schön ist, wenn die „Rausgewachsenen“ noch mal vorbeischauen.

Auch die Partner der beiden Ehrenamtlichen finden deren Engagement gut. Deshalb ist Frau Reimann als Ehrenamtliche gleich ganz mit eingestiegen.

Insgesamt sind fast 20 Ehrenamtlich an den Nachmittagen hier tätig. Jede und jeder hätte eine eigene Vorstellung verdient – hier stehen Frau Ataley und Herr Reimann stellvertretend für alle! Wichtig für die Koordinierung und den Erfolg des Familientreffs „Log in“ ist Karola Knappe, die einzige hauptamtlich Tätige. „Wir sind ein gutes Team. Vor einiger Zeit haben wir einen ‚Stammtisch‘ eingerichtet, bei dem (meist) nicht über die Arbeit geredet wird. Das ist gut für alle. Und Karola ist immer dabei.

Rosemarie Atalay und Rainer Reimann sind sehr zufrieden mit dem, was sie machen und denken nicht ans Aufhören. Die Kinder und das „Log in“ gehören zu ihrem Leben. Er sagt: „Sonst würden wir es nicht machen.“ Und von ihr kommt ein tiefes, langgezogenes „Jaah“.

Bleibt nur noch, beiden zu wünschen, dass sie im Familientreff noch lange zu Hause sind.

KS

 

 

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