„Die MaMis sind wichtig in meinem Leben“

MaMis (MaMis en Movimiento) ist ein Verein spanisch sprechender Menschen und wurde im Jahr 2012 gegründet. Die MaMis sind in fast allen Bezirken Berlins aktiv und Mitinitiator von „Citizen K Center“, einer Kooperation fünf migrantischer Vereine.

Paola Sánchez Guerra ist da fast zufällig reingeraten…

Paola ist Chilenin und kam im Jahr 2000 aus der chilenischen in die deutsche Hauptstadt – der Liebe wegen! Sie hat in Valparaíso Sonderpädagogik studiert und im Nebenjob Essen für Obdachlose ausgegeben. „Die haben Leute gesucht, die engagiert und flexibel mit wenigen Mitteln gute Sachen realisieren können.“

In Berlin hat sie bereits 2001 eine Tätigkeit bei „Lebenshilfe“ gefunden: „Arbeit mit Migranten aus spanisch sprechenden Familien, v.a. mit geistig behinderten Kindern. Das war eine große Chance – ich habe in meinem Beruf gearbeitet, konnte deutsch lernen und zugleich spanisch sprechen!“

Ihr Abschluss ist inzwischen anerkannt. Sie kann aber nicht als Sonderpädagogin arbeiten, weil in der deutschen Ausbildung ein zweites Fach dazugehört. Paola ist seit neun Jahren Schulhelferin für geistig und körperlich behinderte Kinder in einer Schule in Mitte.

Zu den Veranstaltungen der MaMis ging sie, um spanisch sprechen zu können und ihre beiden Töchter mehr von der lateinamerikanischen Kultur kennenlernen sollten. Es hat allen gefallen, besonders die Märchen aus der präkolumbianischen Zeit. Paola Sánchez war regelmäßiger Gast und beteiligte sich aktiv, bis sie gefragt wurde, ob sie die Koordinatorin in Alt-Pankow, Rossana Cisneros aus Peru, unterstützen könnte. „Ich wollte eigentlich nur helfen, keine Verantwortung.“ Und dann hat es sie gepackt: Mit Rossana traf sie sich abends um neun „total müde und dann sprudelten die Ideen und es wurde total kreativ“, oft bis 2/3 Uhr in der Nacht. Seitdem sind beide befreundet!

„Ich habe die alte Paola aus Chile wiedergefunden. Dieses soziale Engagement, das war wieder wie richtig leben. Es hat mich lebendig gemacht und ich habe neue Ziele gefunden.“

Paola ist seit 2013 Koordinatorin in Pankow, viele Projekte und Ideen wurden entwickelt und realisiert. Zum Beispiel „Mehrsprachigkeit in Kitas“ – Weiterbildungen und Workshops für Erzieherinnen und Eltern mit v.a. spanischem, russischem, polnischem Sprachhintergrund. Es ging um den Austausch von Erfahrungen, wie die eigenen Kulturen mit der deutschen Kultur verknüpft werden können. Das Projekt wurde vom Bezirk unterstützt und sehr positiv in den Kitas aufgenommen. Und sie versuchen eine Neuauflage…

Die Pankower Aktivitäten – Kochen, Chor, Musik, Tanzen, Malen – finden zumeist im Stadtteilzentrum statt. Viel wichtiger aber sind die Gespräche dabei oder danach über das Leben hier, welche Herausforderungen und Probleme es gibt, bei wem und wobei vielleicht auch Hilfe möglich und notwendig ist.

In Pankow waren in der aktivsten Zeit um 2015 etwa 25 bis 30 Familien beteiligt, auffallend viele Väter. „Und wir werden wieder mehr, bestimmt!“

Ihre Kinder fanden vor Jahren, dass Mama viel zu oft weg ist. Jetzt sind sie stolz auf die Mutter und fast Assistentinnen geworden.

Paola Sánchez strahlt, wenn sie von den Kursen, dem Zusammensein mit den Familien, der guten Zusammenarbeit mit der Integrationsbeauftragten oder den Mitarbeiterinnen im Stadtteilzentrum spricht.

Sie hat ihr Leben wiedergefunden.

Wir wünschen, dass alles weiterhin so gut bleibt und danke für Dein Engagement.

KS

 

Engagiert in Pankow

 
Logos der Förderer des Stadtteilzentrum Pankow