Brigitte Quade - ehrenamtliche Nachhilfelehrerin für Mathematik bei Pegasus

Seit gut einem Jahr fährt die Alt-Pankowerin Brigitte Quade jeden Montagnachmittag nach Weißensee. Sie fährt zu Pegasus, wo sie ehrenamtlich Nachhilfe in Mathematik anbietet. Als pensionierte Lehrerin für Mathematik und Geographie hat sie keine Schwierigkeiten mit Kopfrechnen oder Geometrie.

Vier Stunden verbringt die 67-Jährige jede Woche bei Pegasus. Zu ihrer Nachhilfe kommen eine Grundschülerin und eine Gymnasiastin. Ihr ist es wichtig, dass alle Schüler die Möglichkeit haben, Nachhilfe zu bekommen. Aber nicht alle Eltern sind in der glücklichen Lage, ihren Kindern eine solche zusätzliche Förderung finanzieren zu können. Deshalb ist Brigitte Quade auch so begeistert von Pegasus. Das sozialpädagogische Projekt bietet Kindern und Jugendlichen Freizeitangebote und versteht sich als Anlaufstelle bei Problemen im privaten oder schulischen Umfeld. Darüber hinaus können sich auch Eltern mit Fragen zur Erziehung an die Pegasus-Mitarbeiter wenden.

Bevor Brigitte Quade ihren Platz bei Pegasus als ehrenamtliche Nachhilfelehrerin fand, hat sie sich dort auch in der Küche ausprobiert. Aber sie sei besser im Kopfrechnen als beim Kochen. Vielmehr könne sie in der Küche selbst noch etwas von den Kindern lernen. Darum ist sie gerne dabei, wenn die Kinder zusammen mit den Mitarbeitern kleine Mahlzeiten zubereiten, die dann auch gemeinsam eingenommen werden, bevor die Kinder nach Hause gehen. Aber nicht nur beim Kochen lernt die pensionierte Lehrerin von den Kindern. Von ihren Nachhilfeschülern erfährt Brigitte Quade beispielsweise etwas über koreanische Kampfkunst oder über die Bedienung ihres eigenen Handys.

Es kommt auch vor, dass die Mathematikbücher zugeklappt bleiben und „Lehrerin“ und „Schülerin“ einfach nur quatschen. Obwohl: „einfach nur“ gibt es bei Brigitte Quade nicht. Sie erzählt über Korea, das ja auch ein geteiltes Land ist, wie es die BRD und DDR einmal waren. Sie fragt, was ihre Schülerin über die DDR weiß. Das sei das Land, in dem es nichts zu essen gab. Das kann Brigitte Quade so natürlich nicht stehen lassen. Und die beiden reden darüber, wie das Leben in der DDR war.

Freunde und Bekannte halten Brigitte Quades ehrenamtliches Engagement manchmal für verrückt und raten ihr: „Geh doch dahin, wo du Geld dafür bekommst“. Aber das kommt für die Rentnerin nicht in Frage. Ihr geht es darum, nicht nur darüber zu sprechen, wie schlecht es mit der Bildung der Kinder aussehe, sondern etwas für die Verbesserung zu tun. Dafür hat sie bei Pegasus eine sinnvolle und erfüllende Tätigkeit gefunden, mit der sie so ganz nebenbei auch noch ihr Gedächtnis trainieren kann.

Danke an Brigitte Quade!

 

M.J.

 

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