Maili Hochhuth - Ehrenamtliche Historikerin und Wellcome-Patin

 

Vor drei Jahren ist Maili Hochhuth, gemeinsam mit ihrem Mann, von Kassel nach Berlin-Pankow gezogen. Mit Beginn des Ruhestandes wollten beide noch einmal etwas Neues beginnen. Ganz bewusst haben sie sich für einen östlichen Bezirk als Wohnort entschieden, den sie nun kennen lernen wollten.

Maili Hochhuth fiel dabei die Postkarte der Freiwilligenagentur Pankow in die Hände. Nach einem Beratungsgespräch mit Juliane Erler war schnell klar, dass sich die 65-Jährige in der Historiker-Gruppe engagieren würde. „Schon immer habe ich mich mit Geschichte beschäftigt“. Besonders interessiert ist sie am Judentum – und Spuren jüdischen Lebens gibt es in Pankow einige.

Die fünfköpfige Historiker-Gruppe hat sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren intensiv mit der bewegten Geschichte des Hauses Schönholzer Str. 10/11, dem heutigen Standort des Stadteilzentrums Pankow, beschäftigt. Es wurden Archive durchforstet, alte Chroniken gesichtet, Internetrecherchen durchgeführt und Zeitzeugen befragt. Ihre Gespräche mit zwei Zeitzeugen waren für Maili Hochhuth ein besonderes Erlebnis. „Die persönlichen Kontakte waren sehr interessant für mich“, denn bei den Besuchen der Zeitzeugen erfuhr Maili Hochhuth nicht nur etwas über die Geschichte des Pankower Gebäudes, sondern auch etwas über die jeweilige Lebensgeschichte der Menschen. Mit einer älteren Dame trifft sie sich auch nach Abschluss der Recherchearbeiten noch und erfährt ganz nebenbei bei einer Tasse Tee, wie das Leben in Pankow gewesen ist.

Die Ergebnisse der Arbeit der Historiker-Gruppe sind als Dauerausstellung zur „Geschichte des Hauses“ im Stadtteilzentrum Pankow zu besichtigen. Auf neun professionell gestalteten Infotafeln ist unter anderem zu lesen, dass unter dem Dach des Stadtteilzentrums bereits eine Knabenschule existierte, ein Betsaal für eine jüdische Religionsgemeinschaft eingerichtet und in den letzten Jahren der DDR die Kammer für Außenhandel ansässig war. Maili Hochhuth hat dabei insbesondere zu den Themen Schulentwicklung und Judentum Informationen zusammen getragen.

Die Historiker-Gruppe trifft sich demnächst noch einmal, um zu entscheiden, ob sie die Recherchen wieder aufnimmt, denn längst ist noch nicht die gesamte Geschichte des Hauses erforscht. Insbesondere die Zeit, als die Kammer für Außenhandel die Räume in der Schönholzer Str. 10/11 für sich nutzte, lässt noch einige Fragen offen. Aber, so vermutet die Hobby-Historikerin, womöglich ist die Zeit noch nicht gekommen für weitere Recherchen.

Sollte die Historiker-Gruppe beschließen, die Recherchen zur Schönholzer Straße vorerst ruhen zu lassen, bedeutet dies für Maili Hochhuth nicht das Ende für ihr geschichtliches Engagement. Dann hätte sie einfach mehr Zeit für ihre ehrenamtliche Mitarbeit im Pankower Heimatmuseum in der Heynstraße oder ihren Einsatz für die Legung von weiteren Stolpersteinen in Pankow.

Neben ihrem Engagement für geschichtliche Themen ist Maili Hochhuth noch auf einem ganz anderen Gebiet ehrenamtlich aktiv. Sie ist Patin bei dem Projekt Wellcome, das junge Familien mit neugeborenen Kindern unterstützt. Einmal wöchentlich kümmert sie sich um die Zwillinge einer Familie aus Niederschönhausen. Sie ist selbst Mutter von Zwillingen und weiß wie herausfordernd das Leben mit mehreren Kleinkindern ist. Deshalb hat sich Maili Hochhuth als Patin auf Familien mit Mehrlingen „spezialisiert“. Dies ist nun ihre zweite Familie. Sie hilft den Eltern beim Füttern der Kinder, begleitet Arzttermine, die alleine nur schwer zu schaffen sind oder schiebt den Kinderwagen für einen Mittagsschlaf durch Wilhelmsruh. Mit dem Engagement als Wellcome-Patin verbindet sich in erster Linie ihr Wunsch, mit Kindern Zeit zu verbringen. Aber bei den Spaziergängen hat sie selbstverständlich auch ein Auge für den Kiez, in dem sie sich bewegt und lernt Pankow schrittweise kennen.

Danke an Maili Hochhuth!

 

M.J.

 

Engagiert in Pankow

 
Logos der Förderer des Stadtteilzentrum Pankow