Gerd Schulz – Engagiert seit 2004 ehrenamtlich für einen Bewohner der Wohnstätte Straßburg. Eine Einrichtung für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung in Blankenburg

Alles fing damit an, dass Gerd Schulz als Wachmann in der Wohnstätte Straßburg im Norden von Pankow beschäftigt war. Sechs Jahre lang arbeitete er am Empfang der Einrichtung, in der Menschen mit geistiger Beeinträchtigung ihr Zuhause haben und die zur Albert Schweitzer Stiftung gehört. Als Wachmann am Empfang übernahm Gerd Schulz Telefondienst, gab Daten in den Computer ein, bei Notfällen alarmierte er die Feuerwehr und ab und zu musste er dafür sorgen, dass keiner der Bewohner und Bewohnerinnen des Hauses verloren ging. Eine ältere Dame meldete sich immer wieder am Empfang des Hauses und behauptete, nach Hause zu müssen. Gerd Schulz kümmerte sich dann stets darum, dass sie wieder wohlbehalten in ihrem Zimmer ankam.

Während seiner Wachmanntätigkeit hat Gerd Schulz Horst kennen gelernt. Horst erschien regelmäßig am Empfang, um sich eine Zeitung zu besorgen oder einfach mit Gerd Schulz zu plaudern. Horst ist 66 Jahre alt und Pankower. Er wohnt schon seit mehr als 15 Jahren in der Wohnstätte Straßburg und hat keinerlei Angehörigen mehr, weiß Gerd Schulz zu berichten. Als der ehemalige Brauer 2004 in Rente ging, entschied er sich vom Hauptamt ins Ehrenamt zu wechseln. Seit fast acht Jahren besucht Gerd Schulz Horst in Blankenburg nun ehrenamtlich. Mindestens einmal im Monat fährt er von Friedrichshain nach Pankow und verbringt drei bis vier Stunden mit seinem Schützling. Wenn etwas im Zimmer von Horst zu reparieren ist, dann übernimmt Gerd Schulz das gern. Sie gehen zusammen spazieren, besuchen den Streichelzoo auf dem Gelände der Wohnstätte, füttern dort die Tiere oder gönnen sich Kaffee und Kuchen. Manchmal telefonieren sie auch nur miteinander. Und ab und zu nimmt Gerd Schulz auch seine Ehefrau mit und sie besuchen Horst gemeinsam.

Gerd Schulz fühlt sich wohl mit seinem Ehrenamt. Regelmäßig wird er zu Veranstaltungen der Albert Schweitzer Stiftung eingeladen und nimmt immer wieder auch an Fortbildungen teil. Er versteht dies als Wertschätzung seines langjährigen Engagements. Und so ist es sicher auch gemeint!

Auf die Frage, warum er sich ehrenamtlich engagiere, antwortet Gerd Schulz mit einer Gegenfrage: Warum er denn zuhause vor dem Fernseher sitzen solle? Viel lieber habe er Kontakt zu Menschen. Das mache ihm Spaß. Was ihm denn noch Spaß mache, wollte ich am Ende wissen? Ob er vielleicht noch Hobbys pflege. Nein, eigentlich nicht. Aber dann ging plötzlich ein Leuchten über Gerd Schulzes Gesicht: Die Eisbären! Er ist leidenschaftlicher Fan der Berliner Eisbären. Da er in der Nähe der Spielstätte der Eisbären wohnt, ist er immer wieder auch live dabei, wenn seine Mannschaft in Berlin spielt. Und sollte die Bahn einen Sonderzug einsetzen, wenn es gegen die Kölner Haie geht, dann ist Gerd Schulz vielleicht auch mit dabei, Lust hätte er schon.

 

Vielen Dank Gerd Schulz!

 

MJ

 

 

Engagiert in Pankow

 
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