Günter Hartmann - Lernpate für zwei Pankower Grundschulkinder

Günter Hartmann ist gelernter Krankenpfleger, Landschaftsplaner und Wirtschaftsingenieur – er kennt sich also gut aus mit dem Lernen. Bildung, so Günter Hartmann, sei der Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe. Deshalb regt es ihn auch auf, dass das deutsche Schulsystem „ungerecht und unterfinanziert“ ist. Als Lernpate versucht er dieser Ungerechtigkeit ein wenig entgegen zu wirken, auch wenn ihm sein Engagement wie „ein Tropfen auf den heißen Stein“ vorkommt.

Zwei Nachmittage in der Woche verbringt Günter Hartmann mit seinen Patenkindern. Über das Lernpatenprojekt des Nachbarschafts- und Familienzentrums im Stadtteilzentrum Pankow bekam er vor gut einem Jahr Kontakt zu dem 11-jährigen Leo, mit dem Günter Hartmann hauptsächlich lesen übte. Durch Leo lernte Günter Hartmann sein zweites Patenkind kennen: die 12-jährige Lena. Sie hat auf eigene Faust entschieden, dass Günter Hartmann auch ihr Pate sein soll. Lena erledigt mit der Hilfe ihres Lernpaten ihre Hausaufgaben. Da die Schule keine geeigneten Räume für ihre Treffen zur Verfügung stellen kann, weicht Günter Hartmann mit seinen Patenkindern in das Nachbarschaftscafé im Stadtteilzentrum Pankow aus.

Bei den Verabredungen mit Leo kam es immer wieder vor, dass dieser sich verspäte-te oder auch gar nicht erschien. Günter Hartmann entschied sich dann dazu, die Patenschaft aufzugeben. Es hat nicht lange gedauert und er machte die Bekannt-schaft von Florian. Seit einem halben Jahr treffen sich die beiden, um an Florians Leseschwäche zu arbeiten. Dazu lesen sie sich abwechselnd aus Die drei ??? vor – es soll ja auch Spaß machen… Und das Schöne ist: es funktioniert. Florians Lesevermögen hat sich in den vergangenen sechs Monaten schrittweise verbessert.

Für Günter Hartmann bedeutet die Lernpatenschaft aber nicht nur strenges Üben und Hausaufgaben machen. Seine Aufmerksamkeit gilt nicht nur den Schwächen der Kinder, sondern auch ihren Interessen. Womit könnten kleine Lernfortschritte belohnt werden? Zum Beispiel mit einem Ausflug in den Klettergarten. Das macht nicht nur den Patenkindern Freunde, sondern auch dem Paten selbst – eine Belohnung hat schließlich auch er verdient. Günter Hartmann sind auch Grundwerte wie Pünktlichkeit und Zuverlässig wichtig, die er durch sein eigenes Verhalten zu vermitteln versucht. Es freut ihn, wenn die Kinder im Laufe der Zeit Vertrauen fassen und ihm erzählen, was sie bewegt.

Mit den nächsten Sommerferien endet die Patenschaft für Florian und Lena. Denn das Projekt richtet sich ausschließlich an Grundschüler. Für Günter Hartmann ist jetzt schon klar, dass er nach den Sommerferien eine neue Patenschaft übernehmen wird. Allerdings möchte er sich dann gerne für einen jüngeren Schüler engagieren, um länger Zeit für die Begleitung zu haben und deshalb – hoffentlich – mehr erreichen zu können. Und es soll auch nur eine Patenschaft sein, zeitlich wird es sonst schwierig, sein Engagement für die Kinder mit seiner Berufstätigkeit zu verbinden.

Vielen Dank Günter Hartmann!

MJ

 

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