Die Sinne sind die Schnittstelle zwischen Innen und Außen

Die Idee für einen eigenen Verein war schon lange in ihrem Hinterkopf. Etwas Eigenes wollte sie gründen, beim dem sich niemand in einen festen Rahmen pressen lassen muss, sondern etwas, wo sich alle entfalten und die Energien fließen können. Dieses Etwas ist der Verein Sinnergie und seit September 2011 in der Pankower Schulzestraße zu finden, im selben Haus wie das Café Rabenmutter.

Vor gut einem Jahr ging es plötzlich ganz schnell. Der Vormieter der Räume in der Schulzestraße – der Verein Brücke verbindet – musste kurzfristig ausziehen und Daria Czarlinska hatte nicht lange Zeit, darüber nachzudenken, ob sie die Räume übernehmen möchte, sie tat es einfach. Sie warb im Freundeskreis für ihre Idee von einem Verein, in dem Menschen mit und ohne Sinnesbeeinträchtigung zusammen ihre Sinne schärfen und gemeinsam von- und miteinander lernen. Acht Personen gründeten im vergangenen Jahr den Verein, dessen ehrenamtliche Geschäftsführerin Daria Czarlinska ist. Schnell fanden sich Mitstreiter/innen, die den Verein ehrenamtlich unterstützen und zum Beispiel die Kräuterspirale im Vorgarten pflegen oder Kurse und Workshops bei Sinnergie anbieten. Zu den Besonderheiten im Kursangebot zählen Yoga-Kurse für Hörende und Nichthörende, die mit einer zusätzlichen Anleitung in Gebärdensprache angeboten werden. Zukünftig sollen noch mehr Angebote auch in Gebärdensprache durchgeführt werden. Jetzt, wo die Gemeinnützigkeit von Sinnergie anerkannt wurde, kann der Verein nämlich Fördermittel beantragen, um eine Fachkraft zu bezahlen, die die sprachlichen Inhalte der Kurse und Workshops in Gebärdensprache dolmetscht.

Bevor die knapp 33-jährige Daria Czarlinska zur Geschäftsführerin von Sinnergie e.V. wurde, war sie bei Bündnis 90/Die Grünen in Brandenburg beschäftigt. Sie hatte eine 30-Stunden-Stelle, arbeitete aber eher 40 oder 50 Stunden die Woche, plus Fahrtzeit. Als dann im Januar 2011 ihre Tochter geboren wurde, war klar, dass solche Arbeitszeiten nicht zu einem Familienleben passen, wie Daria Czarlinska es sich vorstellt. Familienfreundlicher ist dagegen ihr Engagement für Sinnergie, dessen zeitliches Ausmaß sie weitestgehend selbst bestimmen kann. Und das Gute ist: Es ist direkt vor ihrer Haustür möglich. Das Ehrenamt versteht Daria Czarlinska als „Raum, etwas zu machen“. Ehrenamtliches Engagement „lässt mich Teil der Gesellschaft sein, gibt mir die Möglichkeit, etwas dazu beizutragen“.

Das Ziel der Angebote von Sinnergie ist es die Sinne zu schärfen, „denn mit geschärften Sinnen können wir das Leben viel bewusster wahrnehmen“. Die Sinne, so Daria Czarlinska, sind die „Schnittstelle zwischen dem Innen und dem Außen“.

Vielen Dank Daria Czarlinska!

 

MJ

 

Für diejenigen, die mehr über den Verein und die Angebote von Sinnergie wissen möchten: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.sinnergie-ev.com

 

Engagiert in Pankow

 
Logos der Förderer des Stadtteilzentrum Pankow