„Die Hauptsorge gilt dem Essen“

Seit 2004 geht Monika Jacob (68 Jahre) im Haus Kaysersberg, eine Pflegeeinrichtung der Albert-Schweitzer-Stiftung in der Weißenseer Buschallee, ein und aus. 2004 entschied sich nämlich ihre Mutter nach einem Krankenhausaufenthalt dazu, in ein Pflegeheim zu ziehen. Ihre Wahl fiel auf das Haus Kaysersberg direkt in ihrer Nachbarschaft. Beim Einzug stand noch der alte Plattenbau, der längst einem modernen Neubau gewichen ist. Monika Jacob besuchte ihre Mutter täglich, oft aßen beide dort auch zusammen Mittag. 2011 verstarb Monika Jacobs Mutter, ihrem Engagement für das Haus und seine Bewohner und Bewohnerinnen ist sie dennoch treu geblieben.

Seit 2005 ist Monica Jacob, eine gelernte Schneiderin, Mitglied des Bewohnerbeirates. Das Gremium besteht aus acht Personen, aktuell stellen Bewohnerinnen des Hauses den überwiegenden Teil der Mitglieder. Monika Jacob ist zurzeit die einzige im Beirat, die von „außen“ kommt. Alle zwei Jahre wird der Bewohnerbeirat gewählt. In diesem Frühjahr steht im Haus Kaysersberg wieder eine Wahl an. Der Bewohnerbeirat soll dazu beitragen, die Selbstbestimmung der Bewohner und Bewohnerinnen zu stärken. Einmal monatlich trifft sich der Bewohnerbeirat und äußert sich bei Bedarf zu geplanten Kostenerhöhungen, zur Gestaltung der Wohnbereiche, zum Freizeitangebot oder – wie meistens – zum Essen. „Die Hauptsorge der Bewohner und Bewohnerinnen gilt dem Essen“, so Monika Jacob. Sie sieht die regelmäßigen Beanstandungen allerdings gelassen. „Man kann es nicht allen recht machen. Hier leben über 100 Menschen im Haus, da gibt es immer jemandem, dem es nicht so gut geschmeckt hat“. Vielmehr könnte man die Kritik am Essen auch positiv sehen. Wesentlich bedenklicher wäre es nämlich, wenn sich die Bewohner und Bewohnerinnen über die Pflege oder Betreuung durch das hauptamtliche Personal beschweren würden.

Neben ihrer Beiratstätigkeit unterstützt Monika Jacob auch die Freizeitangebote im Haus Kaysersberg. Mindestens einmal in der Woche ist sie vor Ort und besucht mehrere Hausbewohner, im Laufe der Jahre ist es eine kleine Gruppe geworden. Gemeinsam treffen sie sich zum Kaffee und Plausch, in der Adventszeit hat Monika Jacob eine kleine Weihnachtsfeier organisiert. Mit Einzelnen geht sie auch spazieren oder ist bei Ausflügen mit dabei. Besonders im Gedächtnis geblieben ist ihr eine Stadtrundfahrt, die in einem Bus am Alex starten sollte und fast gescheitert wäre, weil die Einstiege zu schmal für die Rollstühle gewesen sind. Da haben die Pflegerinnen die Rollstuhlfahrer einfach huckepack in den Bus getragen. Sie freut sich über die Freude der Senioren und Seniorinnen, wenn sie bei einem Ausflug zum Kurfürstendamm im Kaffee Kranzler sitzen oder zu einer Lichterfahrt ins nächtliche Berlin aufbrechen.

Monika Jacob genießt das Gefühl der Zugehörigkeit, dass sie bei ihrem Engagement empfindet. „Es macht mir Spaß und ich hoffe, dass ich es noch recht lange machen kann“.

Vielen Dank Monika Jacob!


MJ

 

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