„Am Anfang war es für mich ein Experiment“

v.l.n.r.: Jutta Heuschkel, Christa Stecher, Thomas Gilgen, Heinz Dorbholz


Der Anfang war im Sommer 2009. Das Stadtteilzentrum Pankow hatte gerade frisch eröffnet. Nun sollte das Nachbarschaftscafé ins Laufen kommen und Juliane Erler, die die Freiwilligenagentur Pankow im Stadtteilzentrum leitet, suchte dafür ehrenamtliche Gastgeber und Gastgeberinnen. Es fanden sich schnell ein paar Mutige, die Lust auf das Experiment hatten. Mittlerweile ist das Nachbarschaftscafé, ausschließlich durch ehrenamtliches Engagement belebt, kein Experiment mehr, sondern eine feste Institution geworden. Einige der Café-Pioniere sind auch heute noch dabei.

Zu ihnen gehören Heinz Dorbholz, Christa Stecher und Thomas Gilgen. Jutta Heuschkel kam 2010 zum Team dazu. Bevor sie in den Ruhestand ging war sie im öffentlichen Dienst im Personalwesen tätig. Über einen Aufruf in einem Berliner Wochenblatt kam sie in die Freiwilligenagentur zu einer persönlichen Beratung und entschied sich danach für ein Ehrenamt im Nachbarschaftscafé. Sie genießt das gute Miteinander unter den ehrenamtlichen und hauptamtlichen Kollegen und Kolleginnen. „Solche Kontakte sind sehr wichtig, insbesondere wenn man nicht mehr (hauptberuflich) arbeiten geht, der Mensch braucht so was“.

In der Regel haben alle im Team einen festen Tag an dem sie ihren Cafédienst übernehmen. So kommt es, dass sich schnell auch persönliche Kontakte zu den Gästen ergeben, denn auch die kommen meist zu festen Zeiten, bedingt durch das Kursangebot des Stadtteilzentrums ins Café, um auf die Kinder zu warten oder sich während der Pause im Malkurs schnell mit einem Stück frisch gebackenen Kuchen zu stärken.

Im Winter, wenn der Garten nicht genutzt werden kann, dann wird es schon mal eng im Café, so Christa Stecher. Und die Lautstärke sei auch nicht zu unterschätzen. Auch sie kam über einen Artikel in der Zeitung ins Nachbarschaftscafé. Zudem ist sie schon seit Jahren in der Sozialkommission des Bezirksamts tätig und übernimmt Hausbesuche bei hohen Geburtstagen oder Diamantenen Hochzeiten. In ihrer Bekanntschaft wird ihr ehrenamtliches Engagement positiv geschätzt. Eine Form der Wertschätzung ist auch das Trinkgeld, das die freiwilligen Cafémitarbeiter und -mitarbeiterinnen von ihren Gästen erhalten. Einmal im Jahr leistet sich das Team davon einen gemeinsamen Ausflug. Diesmal geht es für einen Tag nach Stettin.

Nicht allen Gästen sei klar, so Heinz Dorbholz, dass das Caféteam rein ehrenamtlich arbeite, „viele denken, dass wir Geld dafür bekommen“. Geld bekommen sie nicht, aber Anerkennung, beispielsweise durch die hauptamtlichen Mitarbeiter des Stadtteilzentrums, die ebenfalls gerne die leckeren Angebote des Cafés nutzen. Für Heinz Dorbholz war der Beginn im Nachbarschaftscafé ein Experiment: „man wusste nicht, wer kommt, wie sich das entwickelt. Aber dann kamen die Leute“. Er hängt an dem Haus, deshalb ist er auch nach einer kleinen Auszeit wieder ins Caféteam zurückgekehrt. Ihm gefällt die lockere Atmosphäre im Café. Jeden Freitagnachmittag und einmal monatlich auch Samstagvormittag, zum Familienbrunch, ist Heinz Dorbholz im Stadtteilzentrum.

Die Schicht am Freitagnachmittag teilt er sich Thomas Gilgen. Thomas Gilgen ist sogar zweimal die Woche im Café aktiv und darüber hinaus auch zu Gelegenheiten wie der „Langen Nacht der Familien“ oder zum alljährlichen Sommerfest. Da findet man ihn verlässlich am Grill. Er packt lieber mit an, damit ihm zuhause nicht die Decke auf den Kopf fällt.

Vielen Dank an Jutta Heuschkel, Christa Stecher, Heinz Dorbholz und Thomas Gilgen stellvertretend für das gesamte Team des Nachbarschaftscafés!

MJ

 

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