Es ist selten, dass jemand so lange dabei bleibt...

... sagte die Wohnbereichsleiterin kürzlich zu Ralf Pieper.

Er ist mehrmals in der Woche in der Albert-Schweitzer-Stiftung – Wohnen und Betreuen ehrenamtlich tätig: im Wohnbereich „Sonnengelb“ für Demenzkranke.

Ralf Pieper ist richtig dort, ist er doch freundlich und bescheiden und stellt sich nicht in den Vordergrund.
Das hat sicher mit seinem bisherigen Leben zu tun: Schon mit Anfang Dreißig zwang ihn ein schwerer Unfall, seinen Beruf als Baumaler aufzugeben. Er musste sich neu orientieren und sich fragen: Was willst Du im Leben? Wie willst und kannst Du leben? Was ist wichtig?

Als ihm vieles für sich klar war, ging Ralf Pieper im Jahr 2010 in eine Vermittlungsstelle für Ehrenamtliche, entschied sich für die Unterstützung von Hilfebedürftigen und ist seither in der Albert-Schweitzer-Stiftung in Blankenburg.

Mit einem oder zwei Demenzkranken geht er spazieren oder in den Streichelzoo auf dem ausgedehnten schönen Gelände, sie reden und spielen miteinander. „Manchmal geht es auch nur darum, die Hand zu halten.“
Nach einem Urlaub wird er besonders begrüßt: „Wenn sie strahlen und sich freuen, das ist schon viel. Das bestätigt mich in der Arbeit.“ Die Bewohner sind Herrn Pieper ans Herz gewachsen.
Wenn er kommt, weiß er vorher nicht genau, was ihn erwartet oder welcher Demenzkranke gerade heute und gerade von ihm Zuwendung braucht. „Jeder Tag ist anders.“

Die Stiftung ist für Demenzkranke, sagt Herr Pieper, ein Sechser im Lotto. Hier wird jeder wie ein Mensch behandelt. Das Klima ist gut, sonst wäre er sicher nicht schon so lange dabei.

Und er findet, dass sich noch viel mehr Menschen ehrenamtlich engagieren sollten, natürlich auch in anderen Bereichen. Ruhe und Ausgleich findet Ralf Pieper bei seinen Hobbys: Seidenmalerei und Sticken. „Es ist immer Licht am Ende des Tunnels. Alles hat seine Zeit. Manches ist jetzt wichtig und später nicht mehr. Wichtig ist aber, positiv ins Leben zu schauen“, so seine Erfahrung. Ralf Pieper hat seinen Fahrplan für die nächsten Jahre gefunden und ist sicher, dass er sich manches Neue noch erschließen wird.

Jetzt aber gilt: „Ich verschenke meine Lebenszeit für das Lächeln eines Bewohners.“

Herzlichen Dank und alles Gute für den weiteren Weg.

KS

 

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