IMMER MAL DIE PERSPEKTIVE WECHSELN

sagt Dr. Gisela Grunwald. Sie hat es oft getan und davon profitiert.
Sie hat Krankenschwester gelernt und in Buch in der geriatrischen Pflege und später als Erzieherin mit körperbehinderten Jugendlichen gearbeitet. In den letzten 15 Jahren ihres Berufslebens war sie eine der Geschäftsführerinnen der Sozialstiftung Köpenick – ein Lebensort für pflegebedürftige und behinderte Menschen.
Dr. Grunwald kannte Pflege und Betreuung aus eigener Tätigkeit. „Ich hatte eine ganz andere Herangehensweise als jemand, der aus dem Management kam.

Im Jahr 2016 ging sie mit 63 Jahren in den vorzeitigen Ruhestand. „Die Arbeit war von hoher Verantwortung. Ich bin eigenverantwortlich ausgestiegen. Besser, wenn sie sagen, dass es schade ist, anstatt es wird Zeit, dass sie geht.

Dr. Grunwald hat in den 90er Jahren hauptberuflich im Bezirksamt Pankow gearbeitet, war verantwortlich für sozial- und andere kommunalpolitische Aufgaben.
Seit 2017 ist sie Vorsitzende der Seniorenvertretung Pankow, vorgeschlagen von der Volkssolidarität – wieder ein Perspektivwechsel, diesmal vom Haupt- zum Ehrenamt und zugleich eine Kontinuität im Arbeitsbereich. „Ich wechsele meinen Blickwinkel, meine Sichtweise und das hat mit meiner veränderten Rolle als Interessenvertreterin der Älteren zu tun.

Die Seniorenvertretung hat 14 Mitglieder, Frauen und Männer im Alter von 63 bis 90 Jahren.
Das sind selbst schon zwei Generationen; ganz verschiedene Menschen, die sich für die Belange der Pankower 60+ einsetzen; mit ihren theoretischen und praktischen Erfahrungen.
Sie halten regelmäßige Sprechstunden in öffentlichen Einrichtungen ab und tragen Fragen und Probleme an die Bezirksverordnetenversammlung und das Bezirksamt heran. Themen, die sie als gesellschaftliches Problem im Bewusstsein halten wollen, sind v.a. bauliche Barrieren im öffentlichen Raum und die Information über Pflege u.a. Dienstleistungen im unverhofft eintretenden Fall einer Einschränkung.

Ich will verstehen, wobei ich mitreden soll. Also nehme ich an Gremien und Arbeitsgruppentreffen teil. Da gibt es natürlich auch die Gefahr von Überschätzung der eigenen Rolle zum einen und Vereinnahmung durch formale Beteiligung zum anderen.
„Das Maß zu verlieren, kann schnell gehen. Entscheidend ist, das innere Gleichgewicht zu behalten. In der Seniorenvertretung passen wir aufeinander auf und nehmen Rücksicht aufeinander.

Für Gisela Grunwald gibt es ein weiteres wichtiges Thema: Teilhabe und Selbstbestimmung. „Die Abhängigkeit von anderen fängt an, wenn die Mobilität eingeschränkt ist. Das ist beileibe nicht nur eine Frage des Alters! Man ist auf fremde – professionelle, freundschaftliche, verwandtschaftliche oder nachbarschaftliche Hilfe angewiesen. Auch Pflegebedürftige haben das Recht, selbst entscheiden zu können, was sie tun wollen und Unterstützung für selbstbestimmte Bedürfnisse zu bekommen.

Manchmal ist es aber auch nur der Gang zur Apotheke oder zum Geldautomaten, der nötig ist. Frau Grunwald redet nicht nur darüber, sie tut es! Drei verwandte und befreundete Menschen unterstützt sie auf diese Weise, begleitet zum Arzt oder sie machen gemeinsame Spaziergänge.

Nach unserem Gespräch geht Dr. Grunwald zum ‚Waisenhausgespräch‘. „Da treffe ich dann diese oder jene Pankower, die ich aus anderen Zusammenhängen kenne. Ja, vielleicht bin ich im Grunde eine Netzwerkerin.

Dieses ausgefüllte Leben soll lange so weitergehen.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

KS

 

Engagiert in Pankow

 
Logos der Förderer des Stadtteilzentrum Pankow