Vorgestellt - Engagierte Menschen

In dieser Rubrik möchte die Freiwilligenagentur Pankow das freiwillige und ehrenamtliche Engagement von Menschen vorstellen und würdigen. Damit möchten wir auch zeigen, wie vielfältig und lebendig die Pankower Engagementlandschaft ist.

Nachdem die Interviewreihe aus personellen Gründen zwei Jahre ruhen musste, freuen wir uns, als neue Kollegin Karin Sahn begrüßen zu dürfen! Sie wird die Portraitreihe wieder aufleben lassen und so die Vielfalt bürgerschaftlichen Engagements würdigen und vorstellen.

März 2016


Vorgestellt im Mai/Juni 2019: Ralph Dannenberg

 

JEDER TAG IST MIR WILLKOMMEN

sagt Ralph Dannenberg. Morgens überlegt er sich, „was mache ich heute, gehe ich in den Garten, in eine Ausstellung oder Bibliothek, besuche ich Freunde? Das ist natürlich auch wetterabhängig“.

Herr Dannenberg ist seit mehr als 40 Jahren verheiratet und seine Frau arbeitet noch. Daher gehört der Tag ihm. Die Jagd nach Büchern in allen Bibliotheken der Stadt genießt er und ist dabei immer umweltbewusst unterwegs. „Ich laufe viel, fahre mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Rad.“ Für den Urlaub nutzen sie die Möglichkeit des Carsharings. Dabei geht es in jedem Jahr in die nordischen Länder. „Wir mögen keinen Massentourismus. Wir sind sehr individuell und lernen das jeweilige Land auf unsere Weise kennen.“

Ralph Dannenberg ist seit sieben Jahren ehrenamtlicher Gärtner im Stadtteilzentrum Pankow. Und das kam so: Bei einem längeren Fußmarsch vom Garten nach Hause ging er am Stadtteilzentrum vorbei, in dem gerade ein Spiele-Sonntag stattfand. „Wir gingen rein und spielten einfach mit. Es hat großen Spaß gemacht. Und auf diese Weise habe ich das Haus und das Programm kennengelernt.“ Weiter ging es mit einem Kurs bei den Weltenbummlern zur Fotobearbeitung, danach ging er in eine Zeichengruppe, bis heute.
Auf dem Treppenabsatz traf er eines Tages einen Verantwortlichen des Hauses und sie schauten beide auf den traurig wirkenden Garten… Nach einem kurzen Gespräch, der vorherige ehrenamtliche Gärtner war gerade verstorben, sagte Herr Dannenberg. „Sie haben wieder einen Gärtner. Mich!“

Seitdem wird wieder regelmäßig geharkt, Rasen gemäht, Laub gefegt, Blumen gepflanzt und gepflegt und vieles mehr, was eben so nötig ist. „Zierrasen wollen wir aber nicht, geht auch gar nicht, wird doch der Garten von allen ziemlich intensiv genutzt.“
Herr Dannenberg kennt über seinen Alt-Berliner Verein viele alte Postkarten. Ihm fielen die zahlreichen gepflegten Anlagen auf. „Heutige Grünflächen sind oft verkommen. Das tut richtig weh. Fallenlassen und liegenlassen! Leider sehen das auch die Kinder. Deshalb mache ich das hier, sieht doch jetzt schick aus.“
Herr Dannenberg sagt, dass er ein positives Feedback hat. „Die Hauptamtlichen, die Ehrenamtlichen aus dem Café und die Besucher freuen sich, dass was gemacht wird. Und wenn mir einer komisch kommt, kann ich doch jederzeit aufhören.“

In der Stadt, findet Ralph Dannenberg, gibt es viel zu viele Dreckecken. „Die jungen Menschen heute sind schon anders, nicht besser oder schlechter, eben nur anders. Das merkt man an der ständig dudelnden Musik im Kaufhaus oder Fitnessstudio. Ich find‘s schlecht, die Jungen finden‘s gut. Daran merkt man denn schon, dass man älter wird.“

Richtig verärgert ist er über die Gleichgültigkeit im Umgang mit dem Stadtraum. „Niemand fühlt sich verantwortlich, dabei ist es doch unsere Stadt.“
Also kümmert sich Ralph Dannenberg als ehrenamtlicher Gärtner: eigenständig, verantwortlich, in überschaubarem Rahmen und zum Wohl des ganzen Hauses.

So soll das noch lange bleiben…

Herzlichen Dank für das Gespräch

KS

 

Engagiert in Pankow

 
Logos der Förderer des Stadtteilzentrum Pankow